Feuchtbiotop im Paderquellgebiet soll trockengelegt werden

17. August 2025 | KG Paderborn, Nachhaltigkeit, Flüsse & Gewässer, Klimawandel, Lebensräume

Eine Mitbürgerin hat die Kreisgruppe des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) Paderborn auf einen Vorgang aufmerksam gemacht, der uns ziemlich fassungslos macht. Im vergangenen September wurde eine Sitzungsvorlage im Umwelt- als auch im Kulturausschuss der Stadt Paderborn zum Gartendenkmal westliches Paderquellgebiet behandelt. Interessanterweise haben sich hier verschiedene öffentliche Ämter (Gartendenkmalpflege LWL, Untere Denkmalbehörde, Stadtplanungsamt, Amt für Umweltschutz und Grünflächen) sowie zwei Landschaftsarchitekturbüros den Segen gegeben, unter anderem ein ca. 300 bis 400 m² großes Feuchtbiotop trockenzulegen.

Wie man auf den Seiten der Stadt Paderborn nachlesen kann, auch unter den „Gesichtspunkten der Klimafolgenanpassung“.  In diesem Feuchtbiotop wächst überwiegend die Pestwurz. Diese Pflanze findet man normalerweise direkt an Fließgewässern. Im Paderquellgebiet hat sie sich scheinbar über die letzten Jahrzehnte in einem Bereich etabliert, welcher nicht direkt am Wasser liegt. Dieses Feuchtbiotop bietet vielen Vögeln, z.B. der Wasseramsel, und auch Insekten einen nötigen Schutz vor heißen Sommertagen wie in den vergangenen Wochen.
Laut Sitzungsunterlage wird der Bereich, der für Gastronomie eingezeichnet ist, deutlich ausgebaut.

Warum kann man hier keinen Kompromiss eingehen und das Feuchtbiotop erhalten?
Was für ein Nonsens ist das, etliche Millionen Euro für Klimaschutzanpassung oder -maßnahmen auszugeben und an dieser Stelle ein erhaltenswürdiges Feuchtbiotop mitten im Paderquellgebiet plattzumachen?
Wir als BUND haben dafür kein Verständnis und können die Stadt eigentlich nur noch auffordern, die Umsetzung zu stoppen!

 

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